Risiken bei der Überkronung

Das Beschleifen des Zahnes erfolgt mit großer Vorsicht. Eine Erhitzung wird durch eine intensive Wasserkühlung verhindert. Dennoch wird das lebendige Zentrum des Zahnes, die Pulpa (im Volksmund "Nerv" genannt) gefährdet. Von der Dentinwunde aus ist es über zehntausende dünner Röhren, die Dentinkanälchen, mit der Oberfläche der Dentinwunde verbunden. Die Dentinkanälchen haben einen Durchmesser von etwa 1 bis 2 µm (tausendstel Millimeter). Man weiß aus Erfahrung, dass über kurze Kanälchen die Pulpa des Zahnes besonders gefährdet ist. Alle Maßnahmen, die für die Überkronung erforderlich sind, traumatisieren das Zahnmark: Das Beschleifen, die Abdrucknahme, Aufsetzen und Abnehmen der provisorischen Zahnkrone und das Zementieren der definitiven Krone. Man spricht deshalb auch vom Überkronungstrauma. Deshalb soll ein Mindestabstand von 0,7 mm bei Zähnen mit dünnen Kanälchen und 1,4 mm bei Zähnen mit weiten Kanälchen eingehalten werden.

Nun kann der Zahnarzt die Lage der Pulpa beim Beschleifen des Zahnes nicht sehen. Man hat sich deshalb mit Erfahrungswerten beholfen. Es ist jedoch bekannt, dass ihre Ausdehnung sehr unterschiedlich sein kann. So kommt es gelegentlich vor, dass ein Zahnarzt beim Beschleifen unbeabsichtigt die Pulpa eröffnet. Dann ist meistens eine Wurzelbehandlung erforderlich.


Für Überkronung beschliffener oberer Eckzahn mit eröffneter Pulpa.

Aber auch eine zu geringe Dentindicke kann das Zahnmark gefährden. In einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde gibt Prof. Kerschbaum (Köln) an, dass bei jedem 25. überkronten Zahn eine abgestorbene Pulpa zu einer im Röntgenbild sichtbaren Entzündung des Kieferknochens geführt hat. Diese Erkrankung sei innerhalb von 5 Jahren aufgetreten.



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